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So reich ist König Charles III. wirklich
Das Vermögen von König Charles III.
By loveMONEY-Team · December 25, 2022
Das Vermögen des neuen Monarchen
Als Königin Elizabeth II. am 8. September 2022 verstarb, trat ihr ältester Sohn, Prinz Charles, unmittelbar die royale Nachfolge an und bestieg als König Charles III. automatisch den Thron des Vereinigten Königreichs. 63 Jahre lang trug Charles den Titel „Prince of Wales“. Er diente fünf Jahre lang in der königlichen Kriegsmarine Royal Navy, leistete umfangreiche Wohltätigkeitsarbeit und gründete – was nicht jeder weiß – zahlreiche äußerst lukrative Unternehmen.
Womit sich Charles die lange Wartezeit als Kronprinz vertrieb und was er davon als König aufgeben muss – darauf werfen wir im Folgenden einen Blick. (Alle Beträge von Pfund Sterling in Euro umgerechnet.)
Geburtsort: Buckingham Palace
Am 14. November 1948 brachte die damalige Prinzessin Elizabeth und künftige Queen ihr erstes Kind zur Welt. Tausende von Menschen strömten zum Buckingham-Palast und feierten die Geburt des Thronfolgers mit einem lauten „For He's a Jolly Good Fellow“. Weniger als einen Monat später wurde der kleine Junge im Musikzimmer der königlichen Residenz auf den Namen Charles Philip Arthur George getauft.
Im Februar 1952, als König Georg VI. im Alter von 56 Jahren starb, übernahm Prinzessin Elizabeth als seine älteste Tochter das königliche Zepter. Der damals dreijährige Charles rückte auf Platz 1. der britischen Thronfolge. Dem Kronprinzen wurden die traditionellen Adelstitel „Duke of Cornwall“ sowie „Duke of Rothesary“ für Schottland verliehen.
Der königliche Schuljunge
Auf Anraten des damaligen Premierministers Harold Macmillan schickte die Queen Charles auf eine Schule im exklusiven Londoner Stadtteil Knightsbridge. Am 7. November 1956 hatte der kleine Prinz seinen ersten Schultag an der „Hill House Preparatory School“. Es war das erste Mal, dass ein Thronfolger gemeinsam mit anderen Kindern – statt von einem Privatlehrer – unterrichtet wurde.
Nach einer Zeit an der traditionsreichen Vorbereitungsschule und ältesten Privatschule Englands, der „Cheam School“, besuchte Charles, wie sein Vater, Prinz Philipp, Jahre zuvor auch das elitäre Privatinternat Gordonstoun im Osten Schottlands und schloss die Schule mit der Hochschulreife ab.
Der Prinz von Wales
1967 begann Charles das Studium der Archäologie und Anthropologie an der Universität von Cambridge, wechselte dann aber zu Geschichte. Am 1. Juli 1969 verlieh ihm die Queen in einer feierlichen Zeremonie (im Bild) auf Schloss Caernarfon im Nordwesten von Wales die Fürstenwürde des „Prince of Wales“. Für diese Investitur paukte er vorab neben dem Studium fleißig Walisisch. Charles war übrigens der erste britische Thronfolger mit einem Studienabschluss.
Politisches Debüt
Mit der Fürstenwürde „Prince of Wales“ kamen Charles weitere offizielle Pflichten hinzu. So nahm er als Stellvertreter der Königin einen Sitz im Oberhaus des britischen Parlaments, dem House of Lords ein, den er bis zur Reform 1999 innehatte. Ende der 1970er-Jahre wurde er in den beratenden Kronrat, den Privy Council, berufen.
Als Kronprinz übernahm Charles außerdem viele Schirmherrschaften in gemeinnützigen Organisationen. Und er begann sich besonders für Naturschutz- und Umweltfragen einzusetzen. In einer Rede warnte der damals 22-Jährige bereits davor, dass „der technologische Fortschritt die Individualität des Menschen bedroht und ihn beherrscht“.
Im Dienst der Königlichen Marine
1971 absolvierte Charles seine Militärausbildung in der Royal Navy. In den darauffolgenden fünf Jahren diente er auf drei verschiedenen Schiffen, ließ sich zum Hubschrauberpiloten ausbilden und übernahm das Kommando über den Küstenminenjäger HMS „Bronington“.
Die Abfindung von umgerechnet rund 8.500 Euro, die ihm am Ende seiner Dienstzeit zustand, steckte er in die Gründung seiner ersten Wohltätigkeitsorganisation, The Prince’s Trust.
Gründung einer Wohltätigkeitsorganisation
Die gemeinnützige Organisation wurde 1976 gegründet, mit dem Ziel benachteiligte junge Menschen im Alter von elf bis 30 Jahren in den Bereichen Bildung, Beschäftigung und Obdachlosigkeit zu unterstützen. The Prince’s Trust hat seit Bestehen mehr als einer Millionen junger Menschen helfen können.
Angehender Schriftsteller
Zugunsten seiner Hilfsorganisation veröffentliche Charles im Jahr 1980 das Kinderbuch „Der alte Mann von Lochnagar“. Die Geschichte von einem Mann, der in einer Höhle in den schottischen Highlands wohnt, hatte sich der junge Prinz schon viele Jahre zuvor für seine kleineren Brüder Andrew und Edward ausgedacht. Das Buch diente nicht nur als Vorlage für einen BBC- Zeichentrickfilm, sondern auch für eine Ballett-Partitur, die 2007 im Londoner Sadler's Wells Theatre uraufgeführt wurde.
Gegen „Betonstümpfe und Glastürme“
Für gute Architektur und Stadtplanung ist Charles immer zu haben. Modernes Design aus „Betonstümpfen und Glastürmen“ lehnt er aber kategorisch ab. In dem Magazin „The Architectural Review“ formulierte Charles 2015 seine „zehn Grundsätze für ein nachhaltiges städtisches Wachstum, das die Tradition wertschätzt“.
Im Jahr 1984 bezeichnete er eine geplante Erweiterung der Londoner National Gallery (im Bild) als „monströses Karbunkel im Gesicht eines sehr geliebten Freundes“. Die Pläne wurden daraufhin verworfen. Mehr als 30 Jahre später – im Jahr 2016 – wurde der Prinz der erste königliche Schirmherr der National Gallery.
Sein Manifest
Wie eine kontextuelle, nachhaltige Architektur im Sinne des Prinzen aussieht, das beschrieb Charles in seinem 1989 veröffentlichten Buch „A Vision of Britain“: Sie soll sich „an klassischer Formensprache und regionalen Traditionen ausrichten“.
So wie in Poundbury im südenglischen Dorset. Die Bauarbeiten für Charles‘ Idealstadt begannen 1993 und sollen in den nächsten Jahren abgeschlossen werden. Bis zu 6.000 Menschen werden dann in dem Städtchen im Postkarten-Idyll wohnen. Laut der Poundbury-Webseite wurde die Gemeinde errichtet, „um den Expansionserfordernissen der Stadt sowie den Grundsätzen einer nachhaltigen Entwicklung zu entsprechen, die Seine Königliche Hoheit, der Prinz von Wales, in seinem Buch „A Vision of Britain“ niedergelegt hat“.
Duchy Originals – Hauptsache Bio
Charles ist ein aktiver Verfechter ökologischer Landwirtschaft. Seit 1985 betreibt er eine eigene Farm und gründete Anfang der 90er-Jahre Duchy Originals, eine Marke für Bio-Lebensmittel.
2010 ging Duchy Originals eine Partnerschaft mit dem britischen Supermarktriesen Waitrose ein. Das Unternehmen verkauft derzeit über 200 „Waitrose Duchy Organic“-Produkte, deren Erlöse vollständig an wohltätige Organisationen gespendet werden.
Moderne Medizin mit Homöopathie?
Charles gilt schon seit den 1980er-Jahren als großer Unterstützer der Homöopathie. 2006 hielt der damalige Prinz eine Rede vor der Weltgesundheitsversammlung. Darin forderte er die Fachleute auf, die Homöopathie in die moderne Medizin zu integrieren. 2019 wurde er zum Patron der Londoner Fakultät für Homöopathie ernannt – was ihm nicht nur Freunde machte.
Duchy Originals brachte 2009 eine Reihe pflanzlicher Heilmittel auf den Markt.
Das Prinzen-Projekt „May Day Network“
2007 rief Umweltschützer Charles die Initiative „Prince's May Day Network“ ins Leben. Mitglieder dieses Netzwerkes setzen sich für Maßnahmen gegen den Klimawandel ein. In den vergangenen zehn Jahren haben sich mehr als 3.500 Organisationen und Unternehmen wie die britische Telekom BT oder die Brauerei Adnams Brewery dem ehrenhaften Engagement angeschlossen.
Eine Rente für den Prinzen
Die Royals müssen keine Steuern zahlen. Können Sie aber. Während seiner Zeit bei der Armee machte Charles brav seine Abgaben. Und hatte prompt zu seinem 65. Geburtstag Anspruch auf Rente. Die umgerechnet rund 126,60 Euro, die er seit 2013 pro Woche vom Staat bekommt, spendet Charles an eine Wohltätigkeitsorganisation zur Unterstützung älterer Menschen.
Und jetzt?
Seit der Gründung seiner Stiftung Prince's Trust im Jahr 1976 hat Charles ein beeindruckendes Portfolio an Wohltätigkeitsarbeit aufgebaut. Vor seiner Ernennung zum König soll Charles Präsident, Schirmherr oder Mitglied von über 400 Wohltätigkeitsorganisationen gewesen sein.
Kann er sein Engagement für Umwelt, Wirtschaft und Bildung auch als Charles III. weiterführen? Und wie wirkt sich sein neuer Titel auf seinen Reichtum und andere geschäftliche Unternehmungen aus? Das erfahren Sie jetzt...
Riesiges Erbe
König Charles soll vor seiner Thronbesteigung ein persönliches Vermögen von umgerechnet etwa 85 Millionen Euro besessen haben. Nun erbt er das auf rund 425 Millionen Euro geschätzte Privatvermögen seiner verstorbenen Mutter.
Wie viel die Queen ihrem ältesten Sohn genau hinterlässt, ist nicht bekannt. Nur so viel steht fest: das äußerst lukrative Herzogtum Lancaster ist Teil des Vermächtnisses.
Herzogtum Lancaster
Das 1351 gegründete Herzogtum Lancaster ist seit 1413 im Privatbesitz des britischen Souveräns. Es umfasst rund 18.250 Hektar und besteht aus Ländereien, Immobilien und anderen Vermögenswerten, die treuhänderisch für das britische Staatsoberhaupt verwaltet werden.
Zum Portfolio gehören auch das prestigeträchtige Londoner Savoy Hotel (im Bild) und das Somerset House. Im März 2022 belief sich das Nettovermögen des Herzogtums Lancaster auf umgerechnet 750,5 Millionen Euro. Charles III. hat nun Anspruch auf alle Gewinne. Ist aber – wie schon erwähnt – im Gegenzug zur Steuerabgabe nicht verpflichtet.
Krongut „Crown Estate“
Zum Amt des neuen Souveräns gehört das Krongut „Crown Estate“. König Charles III. hat allerdings keinen direkten Zugriff auf das weitläufige Ländereien- und Immobilienportfolio oder die königliche Kunst- und Schmucksammlung. Und erbt diese auch nicht direkt. Stattdessen werden diese Vermögenswerte nach dem Tod eines Monarchen in einem Treuhandvermögen an das neue Staatsoberhaupt weitergegeben.
Als neuer König erhält Charles den sogenannten „Sovereign Grant“, mit dem er die offiziellen Aufgaben des Monarchen bestreitet. Die Höhe des Sovereign Grant richtet sich nach den Gewinnen, die der „Crown Estate“ zwei Jahre zuvor erwirtschaftete. So wurden für 2022/23 umgerechnet 99,2 Millionen Euro auf Basis der Gewinne des Crown Estate aus dem Finanzjahr 2020/21 berechnet.
Das neue Herzogspaar von Cornwall
Das Herzogtum Cornwall bildet zusammen mit dem von Lancaster die beiden königlichen Herzogtümer in England. Es wurde 1337 von König Eduard III. für seinen Sohn und Erben Prinz Edward erschaffen. Laut Gründungsurkunde erbt der Thronerbe Englands die lukrativen Besitztümer wie Ackerland, Austernfischereien, Granitsteinbrüche und Zinnminen. 1952 erhielt der damals dreijährige Charles auch den Titel „Duke of Cornwall“.
Mit Charles‘ Thronbesteigung ging dieser Titel sowie die Fürstenwürde „Prince of Wales“ auf den ältesten Sohn über. Prinz William und seine Frau Catherine haben das Herzogtum Cornwall übernommen, zu dem auch Immobilien in London und sogar das Dartmoor-Gefängnis gehören.
Herzogtum Cornwall
Dieses Erbe macht Prinz William nun auch zum Eigentümer von König Charles' geliebtem Highgrove House im englischen Gloucestershire (im Bild). Und er könnte so zum Vermieter seines Vaters werden. Quellen zufolge könnte der Prinz dem König umgerechnet bis zu 800.000 Euro pro Jahr an Miete berechnen.
Der Landsitz aus dem 18. Jahrhundert ist mehr als ein royaler Unterschlupf. Auf 360 Hektar Land wird der nachhaltige Bio-Bauernhof Duchy Home Farm betrieben. Anfangs wurde Charles für seine strikten ökologischen Grundsätze belächelt. Mittlerweile gil er für viele Landwirte als nachahmenswerter Pionier. Ob Charles das Anwesen auch als König bewohnen oder im Buckingham Palace residieren möchte, ist noch offen.
Mehr: Die Schlösser von Elizabeth II.: Hier wohnte die Queen
Wie viel ist das Herzogtum wert?
Das Herzogtum Cornwall umfasst heute rund 54.000 Hektar und erstreckt sich – hauptsächlich im Südwesten Englands – über 23 Grafschaften in England und Wales. Der Grundbesitz, zu dem über 600 Wohnhäuser und 700 landwirtschaftliche Pachtbetriebe gehören, wird auf einen Gesamtwert von umgerechnet 1,1 Milliarden Euro geschätzt.
Mit dem Prince's Trust geht's weiter
Auch wenn noch nicht klar ist, ob Charles III. seine bedeutenden philanthropischen Bemühungen fortsetzen kann, wird es mit seiner gemeinnützigen Organisation unter selben Namen weitergehen. Das bestätigte die Geschäftsführerin des Prince's Trust, Martina Milburn.
Mehr: Das bedeutet die Krone von Elizabeth II.: Die Schätze der Queen
Auch die Bio-Produkte von Duchy Originals bleiben im Handel
Unternehmerisch gesehen, ist die königliche Marke Duchy Originals unabhängig von Herzogtum Cornwall. Und so wird auch das Bio-Lebensmittelunternehmen vermutlich weiterhin als eigenständiges Unternehmen agieren können. Alle Gewinne sollen aber auch weiterhin für wohltätige Zwecke gespendet werden.
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