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So leben die Menschen an den unwirtlichsten Orten der Welt

Wohnen unter Extrembedingungen

By Abi Harman · December 23, 2022

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Aleksander Lutenco / Shutterstock

Wohnen unter Extrembedingungen

Ein Leben in Eis und Schnee? Wohnen im Schatten eines Vulkans? Hier machen wir eine Reise zu den unwirtlichsten Orten der Welt, von den kältesten und abgelegensten Siedlungen zu Erdbebengebieten und verschmutzten Großstädten. An diesen extremen Wohnorten müssen sich die Menschen anpassen, um zu überleben...

Leonid Andronov / Shutterstock

Catania, Sizilien, Italien

Die alte Hafenstadt Catania an der Ostküste Siziliens liegt malerisch am Fuße des Ätna, dem größten und aktivsten Vulkans Europas. Doch zerstörte ein verheerender Ausbruch im Jahr 1669 einen Großteil der Stadt und tötete mehr als 20.000 Menschen. Nach und nach wurde Catania wieder aufgebaut. Heute ist die Stadt auf der ganzen Welt für ihre großartige Barockarchitektur bekannt.
Alberto Masnovo / Shutterstock

Catania, Sizilien, Italien

Der 3.323 Meter hohe Vulkan ist in den vergangenen 2.700 Jahren immer wieder ausgebrochen. Während einer Eruption 1993 gelang es den italienischen Behörden, die Stadt Zafferana Etnea zu retten. Lavaströme wurden mithilfe von Barrieren und Gräben um den Ort herumgeleitet.
Fabio Michele Capelli / Shutterstock

Catania, Sizilien, Italien

Erst am 26. Dezember 2018 spuckte der Ätna wieder jede Menge Asche in den Himmel. Die Eruption löste ein Erdbeben der Stärke 4,8 aus, durch das 28 Menschen verletzt und Gebäude und Denkmäler in der 300.000-Einwohner-Stadt zerstört wurden.
GIOVANNI ISOLINO / Contributer / Getty

Catania, Sizilien, Italien

Bei dem Ausbruch trat erstmals seit einem Jahrzehnt Lava aus der Seite des Ätna aus, was ein größeres Risiko für die Bewohner von Catania bedeutete. Der Vulkan brodelt in regelmäßigen Abständen, zuletzt auch im Frühjahr 2017 sowie 2015, als sogar Blitze über dem Krater zuckten.
GIOVANNI ISOLINO / Contirbuter /Getty

Catania, Sizilien, Italien

Durch den Ausbruch und das Erdbeben 2018 wurden rund 400 Menschen obdachlos und viele Häuser sind seitdem unbewohnbar. Auch im Mai 2019 brach der Ätna wieder aus, dieses Mal waren die Einwohner von Catania allerdings nicht gefährdet. Die Lava trat nicht an der Seite, sondern am Krater aus – ein faszinierendes Schauspiel, wäre die Situation nicht so gefährlich.

DOMINIQUE FAGET / Contributor / Getty

Gurugram, Haryana, Indien

Die Skyline von Gurugram verschwindet häufig in einer dicken Smogglocke. Die sogenannte „Millennium City“ im Norden Indiens ist laut Greenpeace und AirVisual die am stärksten verschmutzte Stadt der Welt.

AKM Creatives / Shutterstock

Gurugram, Haryana, Indien

In dem Technologiezentrum südwestlich von Indiens Hauptstadt Neu-Delhi haben internationale Unternehmen wie TripAdvisor und Uber ihren Sitz. Überall entstehen Neubauten, was wesentlich zur Luftverschmutzung beigetragen hat. Hinzu kommt, dass die Stadt keinen richtigen öffentlichen Nahverkehr hat und die meisten Berufstätigen deshalb mit dem Auto zur Arbeit fahren.
DOMINIQUE FAGET / Contributor / Getty

Gurugram, Haryana, Indien

Im Oktober 2018 veröffentlichte das Umweltministerium der Region einen Fünf-Punkte-Plan zur Bekämpfung der Luftverschmutzung in Gurugram. So ist es seitdem etwa verboten, Müll im Freien zu entsorgen und zu verbrennen sowie im Winter mit Brennholz zu heizen. Zudem sollen die Straßen mit Wasser befeuchtet und Staus verhindert werden.
MONEY SHARMA / Staff / Getty

Gurugram, Haryana, Indien

Die Menschen in den Slums und auf den Straßen von Gurugram sind am meisten von der dreckigen Luft betroffen, da sie dem giftigen Smog nicht entkommen können. Im benachbarten Neu-Delhi, der am stärksten verschmutzten Hauptstadt der Welt, hatte die Regierung bereits zuvor vorübergehend Bauarbeiten gestoppt, die Müllverbrennung verboten sowie Parkgebühren erhöht, um die Menschen vom Autofahren in der Stadt abzuhalten.
Sotheby's International Realty

Gurugram, Haryana, Indien

Im Gegensatz dazu wurden die Reichen in Gurugram dazu aufgefordert, drinnen zu bleiben und Luftfilter zu kaufen. Die Geräte kosten zwischen 110 und 460 Euro das Stück – eine teure Angelegenheit, wenn man jeden Raum damit ausstatten muss. Es gibt sogar Berater, die die Luftreinheit zu Hause messen und dementsprechend den richtigen Filter empfehlen können.

MLADEN ANTONOC / Contributor / Getty

Jakutsk, Sibirien, Russland

Wenn Ihnen im europäischen Winter schon kalt ist, fahren Sie mal nach Jakutsk. Die sibirische Stadt ist einer der kältesten, durchgehend bewohnten Orte der Welt mit einer Jahresdurchschnittstemperatur von  minus zehn Grad und einem Durchschnittswert im Januar von eisigen  minus 41 Grad. Über der Stadt hängt häufig ein eiskalter Nebel, der die Sicht auf nur zehn Meter trüben kann. Wasser und Gas gelangen wegen der niedrigen Temperaturen durch riesige oberirdische Rohre in die Häuser.

MLADEN ANTONOC / Contributor / Getty

Jakutsk, Sibirien, Russland

Die rund 280.000 Einwohner haben sich an die dauerhafte Kälte gewöhnt. 2008 geriet Jakutsk allerdings in die Schlagzeilen, als nach einem Rohrbruch in den beiden nahe gelegenen Dörfern Artyk und Markha tagelang nicht geheizt werden konnte. Die Einheimischen mussten sich an Holzöfen wärmen, wodurch der Nebel in der Stadt nur noch schlimmer wurde.
MLADEN ANTONOC / Contributor / Getty

Jakutsk, Sibirien, Russland

Die Hafenstadt liegt am Ufer des Flusses Lena, das Hauptnahrungsmittel der Menschen ist also Fisch. In den Wintermonaten müssen die Einwohner durch Löcher im gefrorenen Fluss eisangeln. An Land werden die Temperaturen dann so kalt, dass die Menschen von Kopf bis Fuß Pelz tragen müssen. Für Brillenträger sind Temperaturen von minus 45 Grad ziemlich problematisch, da das Metall auf der Haut gefrieren kann.
MLADEN ANTONOC / Contributor / Getty

Jakutsk, Sibirien, Russland

Im Winter verbringen die Menschen so wenig Zeit wie möglich im Freien, da nur fünf bis zehn Minuten der eisigen Kälte ziemlich erschöpfen können. Viele Einwohner lassen ihre Automotoren den ganzen Tag laufen, damit diese nicht einfrieren. Das verstärkt den Nebel in der Stadt ebenfalls.
MLADEN ANTONOC / Contributor / Getty

Jakutsk, Sibirien, Russland

Dieses typische Mehrfamilienhaus in der Innenstadt ist wegen der Kälte in der Mitte zusammengebrochen. Viele der Häuser hier bestehen aus Betonplatten und sind auf Stelzen gebaut. Dadurch gelangt stets Luft an die Unterseite des Gebäudes und der Boden unter dem Fundament kann sich nicht erwärmen und schmelzen. Erde und Stein sind in der Permafrostregion nur stabil, solange sie gefroren sind.

Mohammed Khalid / Shutterstock

Ghadames, Nalut, Libyen

Ein Sprung von einem der kältesten zu einem der heißesten Orte: In der alten Berberstadt Ghadames in der libyschen Wüste fällt das ganze Jahr über so gut wie kein Regen. In der Region erreichen die Temperaturen im Sommer bis zu 55 Grad – eine extreme Hitze. Die Gassen des kleinen Ortes werden von weißen Häusern aus Gips gesäumt, die die Wärme reflektieren und die Bewohner vor der kochenden Sonne schützen.

Sunoochi / Flickr

Ghadames, Nalut, Libyen

Die Häuser sind in einem Kreis angeordnet, dessen äußere Mauern wie eine Festung wirken. Bereits im Jahr 19 v. Chr. war der Ort ein Truppenstandort der Römer. Die heutigen Gebäude stammen aus dem 13. bis 16. Jahrhundert.
By Luca Galuzzi (Lucag) / Wikimedia

Ghadames, Nalut, Libyen

Der Baustil der Häuser unterscheidet Ghadames von den anderen umliegenden Städten, die an die Sahara grenzen. Die Lehm- und Kalkhütten, die zum UNESCO-Weltkulturerbe gehören, schützen die Bewohner vor starker Hitze. Bemerkenswerterweise ist die Altstadt bis auf kleine Belüftungslöcher in den Mauern fast vollständig überdacht.
David Stanley / Flickr

Ghadames, Nalut, Libyen

Die Wohnhäuser setzen sich aus mindestens zwei Stockwerken zusammen, von denen eines zur Aufbewahrung von Lebensmitteln und das andere als Wohnebene dient. Die Dächer schützen die Bewohner nicht nur vor der sengenden Sonne, sondern fungieren auch als Gehwege, die die Gebäude miteinander verbinden.
Pascal RATEAU / Shutterstock

Ghadames, Nalut, Libyen

Außerhalb der weißgetünchten Mauern wurden inzwischen neue Häuser errichtet, in denen heute der Großteil der Einwohner von Ghadames wohnt. Wenn die Sommersonne die Gebäude allerdings zu sehr aufheizt, kehren einige Menschen in die wärmereflektierenden Häuser der Altstadt zurück. 

agatha kadar / Shutterstock

Ittoqqortoormiit, Grönland

Die Kleinstadt Ittoqqortoormiit im Osten Grönlands ist die entlegenste Siedlung der westlichen Hemisphäre. An den Ort grenzt der Nationalpark Nordostgrönland, der größte Nationalpark der Welt, in dem Eisbären, Rentiere und Walrosse leben. Auf Menschen stößt man hier so gut wie keine, außer die Sirius-Hundeschlittenpatrouille, eine dänische Marineeinheit.
agatha kadar / Shutterstock

Ittoqqortoormiit, Grönland

Die Siedlung besteht aus kleinen Holzhäuschen, die in leuchtendem Blau, Rot, Gelb und Grün gestrichen sind. Sie verteilen sich über eine felsige Küste, die aus Gneis besteht, einer der ältesten Gesteinsarten der Erde.
adwo / Shutterstock

Ittoqqortoormiit, Grönland

Etwa neun Monate im Jahr versperrt Eis jeglichen Zugang zu der Siedlung. Wer hier also überleben will, muss jagen und fischen gehen. In Ittoqqortoormiit leben nur rund 450 Menschen, die ihr Geld mit der Jagd und (normalerweise) dem Sommertourismus verdienen.
Steve Allen / Shuterstock

Ittoqqortoormiit, Grönland

Die Einwohner von Ittoqqortoormiit können sich einmal in der Woche in einer Kneipe vergnügen, wenn diese geöffnet ist. Gefrorene Lebensmittel gibt es in einem Supermarkt zu kaufen, zudem hat der Ort einen kleinen Souvenirladen und eine Post. Der nächstgelegene Flughafen ist nur mit dem Hubschrauber zu erreichen bzw. in den wärmeren Monaten auch per Boot.
Visit Greenland

Ittoqqortoormiit, Grönland

Zwar ist Ittoqqortoormiit einer der entlegensten Orte der Welt, doch die Holzhäuschen sind mit allem ausgestattet, was man zum Leben braucht. In diesem Wohn- und Esszimmer lässt es sich sicherlich schön gemütlich machen, wenn es draußen kalt ist.

Mehr: Diese Häuser trotzen den extremsten Bedingungen

Sherry V Smith / Shutterstock

Tijuana, Baja California, Mexiko

Tijuana, die sechstgrößte Stadt Mexikos, grenzt direkt an den US-Bundesstaat Kalifornien. Sie besteht aus acht Stadtteilen und hat eine lebhafte Hauptstraße, die Avenida Revolución, mit Souvenirläden und Bars. Allerdings gilt Tijuana auch als die gefährlichste Stadt der Welt. 2018 erreichte die Mordrate laut der Organisation "Citizens' Council for Public Security" ein neues Hoch.

VICTOR MARTE / shutterstock

Tijuana, Baja California, Mexiko

Eine Mauer, die ab 1994 errichtet wurde, trennt Mexiko und die Vereinigten Staaten in Tijuana voneinander. Die Barriere, die sich zwischen den beiden Ländern über eine Gesamtlänge von mehr als 3.100 Kilometer erstreckt und ein großes Politikum ist, soll illegale Grenzübertritte in die USA verhindern.
BILL WECHTER / AFP / Getty

Tijuana, Baja California, Mexiko

Zwar sind Touristen, die sich in den gut beleuchteten Vierteln der Stadt bewegen, relativ sicher, für die hohe Mordrate sind allerdings große Drogenkartelle verantwortlich, die in der Nähe der Grenze operieren. Diese Häuser befinden sich an einem Hang direkt an der Mauer zu den USA.
GUILLERMO ARIAS / contributor / Getty

Tijuana, Baja California, Mexiko

Pro 100.000 Einwohnern kommt es in Tijuana zu 138 Morden, sieben werden jeden Tag begangen. Die Gewalt ist vor allem auf den Menschen- und Drogenhandel zurückzuführen und geht von kriminellen Banden aus. Der dramatische Anstieg der Mordrate 2018 soll zum Teil an einem Bandenkrieg zwischen der Sinaloa-Gang und dem rasch wachsenden Kartell Jalisco Nueva Generación liegen.
Century 21 Global x

Tijuana, Baja California, Mexiko

All dies ist jedoch nur eine Seite der mexikanischen Stadt. Tijuana hat auch einen boomenden Luxusimmobilienmarkt. Die vielen Strandvillen in der Gegend sind äußerst gefragt. Auch die Craft-Beer-Szene hat sich rasant entwickelt und es gibt inzwischen zahlreiche Mikrobrauereien, die die Stadt in kulinarischer Hinsicht interessant machen.

Aleksander Lutenco / Shutterstock

Longyearbyen, Spitzbergen, Norwegen

Im hohen Norden Norwegens, auf der Inselgruppe Spitzbergen, befindet sich der Ort Longyearbyen, der um eine ehemalige Kohlemine gegründet wurde. Über der nördlichsten Siedlung der Erde, die das ganze Jahr über bewohnt ist, flackern im Winter die Nordlichter. Sie ist eingebettet in eine Landschaft aus schneebedeckten Bergen, riesigen Eisflächen und Gletschern.

Aleksander Lutenco / Shutterstock

Longyearbyen, Spitzbergen, Norwegen

Der abgelegene Ort nördlich des Polarkreises erlebt das natürliche Phänomen der Mitternachtssonne in den Sommermonaten und einer 24-Stunden-Polarnacht im Winter. Etwas mehr als 2.000 Menschen leben in Longyearbyen, hinzu kommen normalerweise Touristen aus aller Welt, die wegen der vielen Eisbären an den unwirtlichen Ort reisen.

DOMINIQUE FAGET / Staff / Getty

Longyearbyen, Spitzbergen, Norwegen

In Longyearbyen zu leben, ist eine Herausforderung. Die Temperaturen können eisig sein und vor den Wildtieren sollte man sich in Acht nehmen. Die Einheimischen lernen von klein auf, Konfrontationen mit Eisbären zu vermeiden und sich im Ernstfall vorsichtig zurückzuziehen. Zum Schutz tragen sie Wildgewehre bei sich und sind jeder Zeit in Alarmbereitschaft.

Anna / Airbnb

Longyearbyen, Spitzbergen, Norwegen

In Longyearbyen und auf den umliegenden Inseln herrscht ein raues Klima mit einer durchschnittlichen Tageshöchsttemperatur von nur vier Grad (Juni bis September), von November bis April sind es in der Regel minus 16 Grad. Dies hält Besucher normalerweise jedoch nicht von einer Reise ans Ende der Welt ab. Immer weniger fokussiert sich die Wirtschaft in der Region deshalb auf den Kohleabbau, der 2016 eingestellt wurde, sondern mehr auf den Tourismus. Einheimische bieten für gewöhnlich Expeditionskreuzfahrten und Eisbärtouren im Sommer an.

Anna / Airbnb

Longyearbyen, Spitzbergen, Norwegen

Spitzbergen verzeichnet zudem immer mehr Einwohner, wodurch Wohnraum immer knapper wird. Da der Permafrostboden inzwischen taut und im Sommer Lawinen drohen, sind viele Häuser einsturzgefährdet. Die Straßenanbindung ist begrenzt und im Winter ist das Hauptverkehrsmittel das Schneemobil. Dieses navigieren zu können, ist neben dem Umgang mit Eisbären überlebenswichtig in der Region.

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