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Diese russischen Superyachten hat der Westen einkassiert

Konfiszierte Luxusyachten der Oligarchen

By Daniel Coughlin · December 21, 2022

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Agent Wolf/Shutterstock

Konfiszierte Luxusyachten der Oligarchen

Seit dem Einfall Russlands in die Ukraine Ende Februar sieht auch das Oligarchenleben der russischen Finanzelite anders auch. Putins Freunde wurden vom Westen mit restriktiven Sanktionen belegt: Darunter Reiseverbot, eingefrorene Vermögenswerte und festgesetzte Yachten. Dagegen haben einige Russen-Milliardäre vor dem Gericht der Europäischen Union (EU) in Luxemburg inzwischen Klage eingereicht. Doch die EU will die Sanktionen nochmal verschärfen. Mittlerweile sind 15 luxuriöse Yachten im Wert von insgesamt knapp 3,8 Milliarden Euro konfisziert.

Hier finden Sie die vollständige Liste der beschlagnahmten Schiffe, aufsteigend nach ihrem geschätzten Wert und als aktuell in Euro umgerechnete US-Dollarpreise angegeben.

Peri

New Vogue: 3,3 Millionen Euro

Mit dem Sanktionspaket wollen westlichen Länder vor allem die politische Elite empfindlich treffen. Zu ihr gehören laut der Webseite der EU-Kommission auch 30 Oligarchen. US-Präsident Joe Biden nutzte am 1. März 2022 seine Rede zur Lage der Nation, in der es eigentlich um den wirtschaftlichen Aufschwung gehen sollte, den russischen Oligarchen eine Warnung auszusprechen. Er werde ihre „unrechtmäßigen Gewinne“ – darunter Superyachten wie die „New Vogue“ – holen.

Guardia Costiera

New Vogue: 3,3 Millionen Euro

Mit der 2007 von der türkischen Firma Peri Yachts fertiggestellten Wasserlimousine lässt sich komfortabel rüber die Meere schippern. Dafür sorgen unter anderem die vier luxuriösen Schlafzimmer sowie der Innen-Jacuzzi. Theoretisch zumindest. Denn am 1. April beschlagnahmte die italienische Behörde das 30-Meter-Gefährt im Hafen Porto di Imperia. Monatelang hatte sie nach dem Eigner gefahndet. Und gefunden. Dieser – ein nicht genannter Oligarch – wollte seine Superyacht wohl noch schnell vor der Konfiszierung loswerden und bot sie dem Markt für umgerechnet 3,3 Millionen Euro an.

Dieter Wanke/Alamy

Lady Anastasia: 7 Millionen Euro

Diese 47 Meter lange Superyacht wurde 2001 von der neuseeländischen Firma Sensation Yachts erbaut. 2010 bekam das Luxusschiff eine kostspielige Rundumerneuerung – nach dem Entwurf des Stardesigners Donald Starkey. Bis zu dem Versuch des ukrainischen Chefingenieurs Taras Ostapchuk, sie im Februar 2022 zu versenken, schipperte die knapp sieben Millionen Euro teure „Lady Anastasia“ friedlich über die Weltmeere. 

JAIME REINA/AFP via Getty

Lady Anastasia: 7 Millionen Euro

Das Besatzungsmitglied beschädigte die Superyacht aus Rache an dem Eigner Alexander Mikheev. Der Oligarch ist Chef der Waffenfirma Rosoboronexport, Russlands größtem staatlichen Rüstungsproduktions- und -Vertriebsunternehmen. Als eine Art Vergeltung für den Einmarsch Russlands in die Ukraine öffnete der Seemann die Ventile im Maschinenraum und beschädigte diesen schwer. Nur etwa zwei Wochen später – am 15. März – setzten die spanischen Behörden das Schiff (rechts im Bild) im mallorquinischen Port Adriano fest, nachdem EU-Sanktionen auch gegen Mikheev verhängt worden waren.

Royal Huisman

Phi: 45 Millionen Euro

Kaum hatte die stromlinienförmige „Phi“ die niederländischen Werft Royal Huisman im Dezember 2021 verlassen, wurde sie auch schon festgesetzt. Das 58,5 Meter lange Luxusschiff und die größte Motoryacht ihrer Klasse ist mit allerlei beeindruckendem Schnickschnack ausgestattet – von Laserbeleuchtung und Weinkeller bis hin zu Pool und „Penthouse“ auf dem Oberdeck.

National Crime Agency

Phi: 45 Millionen Euro

Es war der 29. März, als das 45-Millionen-Euro-Schiff von der Polizei in den Londoner Canary Wharf Docks geentert wurde. Und die erste Beschlagnahmung einer russischen Superyacht in britischen Gewässern. Laut Recherchen der Zeitung „The Financial Times“ handelt es sich bei dem Eigner der Wasserlimousine um Witalij Wasiljewitsch Kotschetkow. Und dieser soll nun nach Angaben der Zeitung „Sunday Times“ den britischen Verkehrsminister mit einer Verleumnungsklage drohen. Grant Shapps hatte ein Video von der Festsetzung der Yacht online gestellt.

Interessanterweise steht Kotschetkow, Gründer des russischen Mobilfunknetzes Motiv Telecom, noch auf keiner Sanktionsliste. Das könnte erklären, warum seine beiden anderen, in Italien schwimmenden Yachten – „Aurelia“ und „Phi Phantom“ – noch nicht beschlagnahmt wurden.

ANDREA BERNARDI/AFP via Getty

Lena: 54 Millionen Euro

Die 52 Meter lange „Lena“ ist das Werk des italienischen Yachtbauers Sanlorenzo und stach 2010 zu ihrer Jungfernfahrt in See. Das komplett aus Aluminium gefertigte Schiff verfügt über ausgefallene Ausstattungsmerkmale wie die exklusiven, den Flügeltüren eines Sportwagens nachempfundenen Terrassen, die sich zum Meer hin öffnen lassen. 

Guardia di Finanza

Lena: 54 Millionen Euro

Nach Bekanntwerden, dass es sich beim Eigentümer um den sanktionierten Energiemagnaten und Putin-Kumpel Gennadi Timtschenko handelte, schritt die italienische Steuerpolizei ein. Am 4. März beschlagnahmte sie die Superyacht im Hafen von Sanremo nahe der französischen Grenze. Der Wert der „Lena“ wurde von den Behörden auf rund 54 Millionen Euro geschätzt.

Palmer Johnson

Lady M: 70 Millionen Euro

Am selben Tag setzte die italienische Finanzpolizei die Superyacht „Lady M“ fest. Das auf 70 Millionen Euro geschätzte Luxusschiff lag im Hafen von Imperia vor Anker. Vom Stapel lief die 65-Meter-Limousine 2013 in der Palmer-Johnson-Werft in Wisconsin. Die „Lady M“ ist mit einem Hubschrauberlandeplatz, einem Pool sowie einem Schönheitssalon ausgestattet.

ANDREA BERNARDI/AFP via Getty

Lady M: 70 Millionen Euro

Die „Lady M“ gehört dem Multimilliardär Alexej Mordaschow. Der Stahl- und Bergbaumagnat besitzt noch eine größere und viel teurere Yacht. Die auf knapp 300 Millionen Euro geschätzte „Nord“ konnte eine Konfiszierung bisher umschiffen. Derzeit ist der 142-Meter-Kahn in internationalen Gewässern unterwegs und macht in Häfen fest, wo westliche Sanktionen nicht gelten. Auch andere Superyachten sanktionierter Oligarchen machten bisher einen Bogen um eine Beschlagnahmung. Zum Beispiel die „Eclipse“ von Roman Abramowitsch (die im August in türkischen Gewässern gesichtet wurde), die „Clio“ von Oleg Deripaska sowie Dmitri Kamenschtschiks „Flying Fox“, die eine waghalsige Flucht aus der Dominikanischen Republik unternahm.

Dunya Yachts/Charter World

Axioma: 75 Millionen Euro

Diese 73 Meter lange Yacht wurde von der türkischen Firma Dunya Yachts als Projekt „Rotes Quadrat“ gebaut und 2013 zu Wasser gelassen. Die „Axioma“ beeindruckt mit einem 3D-Heimkino, einer Sauna, einem Fitnessraum und einem Spa-Infinity-Pool. Am 30. März beschlagnahmten die britischen Behörden in Gibraltar das Luxusboot. Auch sein Eigner, der milliardenschwere Stahlmagnat Dmitrij Pumpjanskij war mit Sanktionen belegt.

Colinmthompson/Shutterstock

Axioma: 75 Millionen Euro

Hinter der Beschlagnahmung steckt die US-Bank JP Morgan. Berichten zufolge soll sich Pumpjanskij umgerechnet knapp 21 Millionen Euro von dem Kreditinstitut geliehen haben. Weil der russische Oligarch auf der Sanktionsliste steht, kann er seine Schulden nicht begleichen. Und das stellt einen Verstoß gegen den Darlehensvertrag dar. Um an das geliehene Geld zu kommen, beantragte JP Morgan die Beschlagnahmung des umgerechnet rund 75 Millionen Euro teuren Schiffes. Ein Gericht hat die Versteigerung angeordnet. Am 23. August 2022 war es dann soweit. Insgesamt 63 Interessenten gaben bei der privaten Auktion der Schifffahrtsgruppe Howe Robinson ihre Gebote ab. Wer den Zuschlag letztendlich bekam, ist bis dato noch nicht bekannt. Die konfiszierte „Axioma“ ist übrigens die erste Superyacht der russischen Finanzelite, die unter den Hammer kam. Der gesamte Erlös des Verkaufes geht an das Admiralitätsgericht des Landes. 

Feadship

Tango: 118 Millionen Euro

Diese mit dem „World Super Yacht Award“ ausgezeichnete Yacht wurde von der niederländischen Feadship-Werft gebaut und stach 2011 erstmals in See. Eigner des 78 Meter langen Vollaluminiumschiffs ist passenderweise der Aluminium-Milliardär Wiktor Wekselberg. Zu den ganz besonderen Features der „Tango“ gehören neben dem unverwechselbaren Außendesign ein Pool mit Gegenstromanlage, ein Schönheitssalon sowie ein Spa, ein Freiluftkino und ein luxuriös ausgestattetes privates Eignerdeck.

Guardia Civil/FBI

Tango: 118 Millionen Euro

Die Luxusyacht des bekennenden Fabergé-Eier-Sammlers wurde am 4. April auf Antrag der Vereinigten Staaten im Hafen von Palma de Mallorca festgesetzt – in einer gemeinsamen Aktion der spanischen Guardia Civil, des FBI und dem US-Heimatschutz. Laut der US-Webseite „Daily Beast“ könnte die US-Regierung sogar den Verkauf der Yacht erwägen, sollten die laufenden Kosten für das Boot zu hoch werden.

Oceanco

Amore Vero: 118 Millionen Euro

Diese 86 Mater lange Designer-Schönheit wurde 2013 vom niederländischen Yachtbauer Oceanco gebaut. Auftraggeber war der ehemalige KGB-Putin-Verbündete, Igor Setschin. Anfangs stach die Superyacht unter dem Namen „St. Princess Olga“ in See – genannt, nach Setschins viel jüngeren zweiten Frau. 2017 wurde sie in „Amore Vero“ umgetauft. Olga hatte den CEO des staatlichen russischen Ölkonzerns Rosneft gegen einen italienischen Rennfahrer eingetauscht, was zu einer erbitterten Scheidung führte.

NICOLAS TUCAT/AFP via Getty

Amore Vero: 118 Millionen Euro

Berichten zufolge soll der gedemütigte Setschin das 50-Millionen-Euro-Domizil zerstört haben, das er für seine Luxus liebende Olga gebaut hatte. Jetzt, da sein Auslandsvermögen eingefroren und zwei seiner Superyachten beschlagnahmt wurden, könnte der Tycoon diese impulsive Reaktion bereuen. Die umgerechnet etwa 118 Millionen Euro teure „Amore Vero“ ging den französischen Behörden als erstes in die Fänge. Sie wurde am 2. März im Hafen von La Ciotat beschlagnahmt.

Lürssen

Valerie: 140 Millionen Euro

Die 85 Meter lange Valerie ähnelt in Größe und Außendesign der „Amore Vero“. Sie wurde von der deutschen Werft Lürssen gebaut und 2011 im schicken Art-déco-Stil ausgeliefert. Die umgerechnet knapp 140 Millionen Euro teure Megayacht besticht mit einem Pool sowie Whirlpool, einem Dampfbad und einem Fitnessraum mit Panoramablick. Die Frischvermählten Jennifer Lopez und Ben Affleck mieteten die „Valerie“ im vergangenen Sommer für eine Million Dollar pro Woche an.

LLUIS GENE/AFP via Getty

Valerie: 140 Millionen Euro

Im vergangenen Jahr enttarnten die „Pandora Papers“ – das größte Steueroasen-Leak aller Zeiten – den Russen Sergej Tschemesow als den Eigentümer des Luxusdampfers. Wie Setschin ist auch Tschemesow ein alter KGB-Kollege von Putin. Und auch er steht an der Spitze eines mächtigen Staatsunternehmens. Der Geschäftsführer des russischen Rüstungskonzerns Rostec war einer der ersten Oligarchen, die vom Westen sanktioniert wurden. Am 15. März beschlagnahmten die spanischen Behörden in Barcelona seine geliebte „Valerie“. Am selben Tag wurde auch die „Lady Anastasia“ auf Mallorca festgesetzt.

Kasa Fue, CC BY-SA 4.0 <https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0>, via Wikimedia Commons

Royal Romance: 198 Millionen Euro

Als die „Royal Romance“ von der Werft Feadship 2015 an ihren Besitzer ausgeliefert wurde, galt sie als die modernste Yacht der Welt. Mit einer Länge von 92 Metern ist das Prachtschiff besonders auffällig und verfügt über eine überaus prunkvolle Innenausstattung und einen großen Pool mit integriertem Wasserfall. Käufer der luxuriösen Wasserlimousine war der ukrainische Oligarch Wiktor Medwedtschuk, der wegen einer Anklage auf Hochverrat unter Hausarrest stand. Er gilt als „Putins bester Freund in der Ukraine“.

Agencja Fotograficzna Caro/Alamy

Royal Romance: 198 Millionen Euro

Die Megayacht des pro-russischen Politikers wurde am 16. März im Hafen von Rijeka von kroatischen Behörden beschlagnahmt. Im April wurde der wegen Hochverrats angeklagte Großunternehmer von der ukrainischen Polizei in Gewahrsam genommen. Er hatte – in Uniform verkleidet – versucht, dem Hausarrest zu entkommen. Per Gerichtsentscheid musste er viele Vermögenswerte abgeben. Darunter auch sein Privatflugzeug und sein Hubschrauber, der den ukrainischen Streitkräften gespendet wurde.

Lürssen

Amadea: 324 Millionen Euro

Ein weiteres Glanzwerk der Lürssen-Kröger-Werft in Rendsburg ist die „Amadea“. Die 106 Meter lange Megayacht wurde im August 2016 fertiggestellt und verfügt über wichtige Ausstattungsmerkmale wie ein Hubschrauberlandeplatz, ein mit Mosaiken gefliester Pool und ein Kino. Sie soll im vergangenen Jahr von dem milliardenschweren Goldmagnaten Suleiman Kerimow über einen Strohmann gekauft worden sein. Als enger Verbündeter Putins steht auch er auf der schwarzen Liste.

EUGENE TANNER/AFP via Getty

Amadea: 324 Millionen Euro

Am 7. Mai setzten die US-Behörden Kerimows Superyacht im Hafen Lautoka in Fidschi fest. Nach einigen juristischen Auseinandersetzungen verließ die „Amadea“ Fidschi unter US-Flagge und erreichte Ende Juni sicher einen Hafen in Kalifornien. Verantwortlich für die Beschlagnahmung ist die Task Force KleptoCapture des US-Justizministeriums. Das 324-Millionen-Euro-Luxusboot wird voraussichtlich so lange in der Obhut der Regierung bleiben, bis es verkauft wird.

Levente Bodo/Alamy

SY A (Sailing Yacht A): 576 Millionen Euro

Die hochmoderne „SY A“ ist die derzeit größte Segelyacht der Weit – und dank des gewagten Designs von Philippe Starck wohl auch die bekannteste. 2017 wurde das Prachtschiff von der deutschen Bauwerft Nobiskrug in Rendsburg an den Besitzer Andrei Melnitschenko übergeben. Der Dreimaster des Düngemittel-Milliardärs ist knapp 143 Meter lang, über 90 Meter hoch und verfügt über acht weitläufige Decks.

JURE MAKOVEC/AFP via Getty

SY A (Sailing Yacht A): 576 Millionen Euro

Auch die „SY A“ wurde aufgrund verhängter Sanktionen gegen Melnitschenko am 12. März beschlagnahmt. Das auf einen Wert von bis zu 576 Millionen Euro geschätzte Schiff befand sich zum Zeitpunkt der Festsetzung durch die italienischen Behörden in einem Trockendock im Hafen von Triest. 

Mehr: Russland und andere Länder, die ärmer sind als Sie denken

Lürssen

Crescent: 600 Millionen Euro

Die auf etwa 600 Millionen Euro geschätzte „Crescent“ mit ihrem grauen Stahlrumpf ist ein weiteres schwimmendes Wunderwerk von Lürssen. Die Bremer Schiffswerft ließ die 135 Meter lange Megayacht 2018 zu Wasser. Laut dem Online-Portal „SuperyachtFan“ hat der Prunk-Pott allerlei Annehmlichkeiten zu bieten: Einen Pool mit Glasboden zum Beispiel, ein gläsernes Atrium und einen einziehbaren Hubschrauber-Hangar.  

JOSEP LAGO/AFP via Getty

Crescent: 600 Millionen Euro

Die „Crescent“ ist die luxuriösere der beiden Megayachten des russischen Oligarchen Igor Setschin. Nur zwei Wochen nach der „Amore Vero“ wurde auch sie aus dem Schiffsverkehr gezogen. Noch am 4. März erbat die Besatzung die Erlaubnis aus dem spanischen Hafen von Tarragona auslaufen zu dürfen, was sie aber nicht tat. Zwei Wochen später schlugen die spanischen Behörden zu. Sie beschlagnahmten nicht nur den Luxusliner, sondern leiteten auch gleich eine weitreichende Untersuchung gegen die „Crescent“ ein. Auch eine Übergabe an die US-Regierung ist nicht ausgeschlossen.

Lürssen

Scheherazade: 698 Millionen Euro

Dieses Riesen-Baby der Bremer Lürssen-Werft wurde ganz romantisch nach einer Hauptfigur aus dem Märchen „1001 Nacht“ benannt. Und steht seit Mai dieses Jahres ganz sachlich unter Schiffsarrest. Mit einer Länge von 140 Metern verfügt die sechsstöckige „Scheherazade“ über alles, was ein russischer Oligarch so braucht: zwei Hubschrauberlandeplätze, ein Spa mit Kryotherapiekammer, ein selbstspielender Flügel, vergoldete Armaturen und ein Drohnenabwehrsystem. Zum Schutz der Privatsphäre wurde auf einen Außenpool verzichtet.

FEDERICO SCOPPA/AFP via Getty

Scheherazade: 698 Millionen Euro

Offiziell handelt es sich bei dem Eigner des auf einen Wert von 698 Millionen Euro geschätzten Wasserschlittens um den Ex-Chef von Rosneft, Eduard Chudainatow. Nachforschungen zufolge aber soll der kaiserliche Kahn angeblich keinem Geringeren als Präsident Putin selbst gehören. Die 2020 ausgehändigte „Scheherazade“ ging den italienischen Behörden am 6. Mai während Wartungsarbeiten im toskanischen Hafen von Marina di Carrara ins Netz.

Mehr: Das sind die Protzvillen russischer Oligarchen

Agent Wolf/Shutterstock

Dilbar: 748 Millionen Euro

Die „Dilbar“ ist – in Schiffsmaßen gemessen – die größte Megayacht der Welt. Das 156 Meter lange Schiff wurde vom Oligarchen-Liebling Lürssen gebaut und 2016 an ihren Besitzer, Metallbaron Alischer Usmanow, übergeben. Zur Ausstattung des kreuzfahrtschiffähnlichen Kutters gehören zum Beispiel der mit 25 Metern Länge größte Innenpool aller Yachten, 20 super luxuriöse Kabinen sowie zwei Hubschrauberlandeplätze.

ODD ANDERSEN/AFP via Getty

Dilbar: 748 Millionen Euro

Schon im März kursierten Gerüchte über eine Konfiszierung der russischen Oligarchen-Yacht, die zu der Zeit für Reparaturarbeiten in Hamburg lag. Da zunächst unklar war, wem die „Dilbar“ eigentlich gehörte, konnte sie nicht festgesetzt werden. Erst nach umfangreichen Ermittlungen kam das Bundeskriminalamt (BKA) dem russischen Milliardär auf die Spur. Am 13. April verordneten die deutschen Behörden in Hamburg der Megayacht Schiffsarrest. Ihr Wert wird auf rund 748 Millionen Euro geschätzt.

Lesen Sie jetzt: Diese Länder und Firmen machen immer noch Geschäfte mit Putin

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